Die Sanierung der Kirche in Klettbach

Restaurierung des Altares in der Kirche
von Kerstin Nitzsche, Dipl. Restauratorin www.restaurator-thueringen.de

Vor Beginn der Restaurierungsarbeiten wurde der Altar auf seine erste, historische Farbigkeit, welche vermutlich aus der Zeit um 1690 stammt, untersucht. Die Probefreilegungen zeigten eine sehr farbige, erste Bemalung. Diese Bemalung, typisch für die Zeit des Frühbarock und in ähnlicher Art auch im Umkreis von Erfurt zu finden (z. Bsp. Altar Töttleben) ist für die heutige Zeit gewöhnungsbedürftig, zeigt aber dass die Kircheneinbauten prächtig gestaltet waren. Es war nicht nur der Altar so intensiv bemalt, sondern auch die Decke und sicher auch die Wände sowie andere Einbaute. Am Altar versuchte man Marmor zu imitieren, welchen man sich nicht leisten konnte, auch die heute verwendete Blattgoldauflage war ursprünglich Goldbronze.Im späteren Barock um 1725 und um 1901 wurde der Altar hell gestrichen und bekam goldenen Absetzungen mit Blattgold.

 

Bei den Restaurierungsarbeiten wurden die beiden letzten Anstriche weitestgehend entfernt, damit die geschnitzten Formen wieder deutlicher hervortreten. Danach wurde das Schnitzwerk gekittet, defekte Stellen geleimt, geschliffen und mindestens zwei – drei Anstriche in den Farben der originalen Bemalung aufgetragen. Der letzte Anstrich wurde poliert. Die Figuren wurden mit Skalpell Schicht um Schicht freigelegt und ausretuschiert, dabei kam die sehr helle Inkarnatfarbe (Haut) und die roten Bäckchen zum Vorschein. Die Marmorierung wurde teilweise freigelegt und dann rekonstruiert. Bei den Vorgesprächen zur Restaurierung wurde festgelegt, keine Goldbronze mehr zu verwenden, da diese im laufe der Jahre stumpf wird und vielleicht oxidiert. Es wurde Blattgold von 23,5 Karat aufgelegt, welches seinen Glanz die nächsten Jahrzehnte beibehält. (2013)

 

Die Klettbacher Kirche präsentiert sich im neuen Gewand

Einen weiteren Schritt ist die Sanierung der Klettbacher Kirche vorangekommen. Im Jahr 2008 wurde der Turm mit Turmuhr und Glocken repariert, im Jahr 2009 konnte die Innensanierung vorangebracht werden.   
Nun ist der Altar an der Reihe. Der ursprünglich farbenprächtige barocke Kanzelaltar hatte im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Anstriche bekommen und war seit dem letzten Anstrich 1901 zusehends ergraut. Die Farben bröckelten, die Formen waren nur noch schwer zu erkennen.
Nun konnten die Restmittel aus der Aktion „Aus 2 mach 3“ der Stiftung KiBa sowie weitere Fördermittel der Landeskirche und der Vereinigten Kirchen- undKlosterkammer eingesetzt werden, um mit der Altarsanierung zu beginnen. Der Altar soll dabei seinen barocken Farb- und Formenreichtum zurückgewinnen. Im Sommer wurden nun die ersten Flächen und Verzierungen restauriert. Ein großer Teil der Schmuckelemente und Figuren wurde abgenommen und wartet nun in der Werkstatt der Restauratorin darauf, denkmalgerecht erneuert zu werden. Aber bereits jetzt schon bekommt man eine Ahnung davon, wie der Altar einmal aussehen kann. (2012)


Danke dem Baucamp

Mit der Innensanierung in Klettbach sind wir im Sommer ein gutes Stück weiter gekommen. Wir sind sehr dankbar für die 11 Helfer des Baucamps, die uns zwei Wochen lang so eifrig unterstützt haben.

Sie kamen aus Deutschland, China, Russland, Bulgarien, Georgien und Italien – eine bunt gemischte Truppe aus Leuten zwischen 20 und 27 Jahren, die keine Arbeit und keinen Schmutz scheuten: Holzdecken und Bänke abschleifen, Wände verputzen und abwaschen und vor allem: streichen, streichen, streichen.

Nun erstrahlt die ganze Klettbacher Kirche in neuem Glanz. Eine Ausnahme sind die Fußböden (die leider noch von so manchem Farbspritzer befreit werden müssen) und der Altar.



Für die Sanierung des Altars in der barocken Original-Pracht werden wir für 2010 Fördermittel beantragen. Durch den ehrenamtlichen Einsatz der Baucamp-Helfer haben wir genug Eigenmittel gespart, dass die Maßnahme für das nächste Jahr realistisch wird.

Unsere Gäste haben sich bei uns wohl gefühlt und viel geschafft. Das verdanken wir auch allen Menschen, die sich so liebevoll um sie gekümmert haben und Kuchen backten, Getränke besorgten, grillten, einkaufen fuhren, Fahrdienste übernahmen, mitarbeiteten oder einfach fragten: „Wie geht es euch? Kann ich was helfen?“

Herzlichen Dank Ihnen allen!
(Sommer 2010)